#ZuGastbeiFreunden – Zurich besucht den Allianz Hackathon

There are no facts inside your building, so get outside (Steve Blank)

Getreu diesem Leitsatz über Kundenforschung kann ein Besuch beim Wettbewerber durchaus nützlich sein. Nach dem ersten #insurhack von Zurich im November 2016 zog nämlich nun Allianz mit einem weiteren Hackathon* nach. Aus diesem Grund bin ich kürzlich zusammen mit meiner Kollegin Catharina Koch nach München gereist, um zu sehen, wie Allianz in Kooperation mit der Technologie-Beratung DataArt sowie der Rating-Agentur Franke & Bornberg sich bei diesem Thema so schlägt:

30 Stunden lang in einer ehemaligen Knödelfabrik sitzen? Für die rund 70 Teilnehmer des Allianz Hackathons #_hackNEXT eine wahre Freude. Im Werk 1, einem Incubator und Coworking Space, wurden nämlich früher die Pfanni Knödel hergestellt. Vom Knödel-Flair ist inzwischen allerdings kaum mehr etwas zu spüren, stattdessen: Viel Style, Start-Up-Feeling und frische Ideen aus den verschiedensten Fachbereichen. Von Freitag-Morgen bis Samstag-Nachmittag saßen 13 Teams des Hackathons über ihren Rechnern und haben auf den Schnittstellen der Allianz neue Ideen zu folgenden drei Themen zum Leben erweckt:

  • “Customer Experience“: Wie können Versicherer mithilfe digitaler Lösungen, Kundenerlebnisse mit echtem Mehrwert generieren und damit die Kundentreue und Weiterempfehlungsbereitschaft verbessern?
  • „Best Ager“: Hier standen die sogenannten „Silver Surfer“ im Mittelpunkt, also Online-Kunden ab dem 50. Lebensjahr.
  • „Internet of Things“: Welche Geschäftsmodelle und Technologien können in diesem Bereich zum Vorteil des Kunden eingesetzt werden?

Die Teams haben sich schon in ihren jeweiligen Konstellationen so angemeldet, um gleich durchstarten zu können. Zusätzlich gab es für alle die Möglichkeit, sich in kleinen Workshops Informationen zu Themen wie Programmierung, User Experience, Design oder Pitching zu holen. Während des Hackathons konnten die Teams jederzeit auf Getränke und Essen zugreifen, sodass keine knurrenden Mägen die Arbeit unterbrachen. Außerdem war für Abwechslung gesorgt, bei der die Teilnehmer während der 30 Stunden auch mal den „Kopf frei bekommen“ konnten: Es gab Eissnacks und nach Mitternacht eine ausgedehnte Nerf-Schlacht (bunte Spielzeugpistolen mit weichen Plastikpfeilen), die zum Glück alle unbeschadet überlebt haben.

Marc Eichborn und Catharina Koch zu Gast beim Allianz Hackathon #_hackNEXT

Aber der Reihe nach. Los ging es am Freitag, 13 Uhr:

Wir von Zurich haben bei der ganzen Veranstaltung als Zuschauer teilgenommen und sind sehr nett durch das Allianz-Team empfangen worden. Da wurde uns allerdings etwas gestanden, worüber wir dann doch schmunzeln mussten: Die Münchner sind aufgrund des ersten #insurhacks von Zurich gezwungen worden, ihre Werbebanner in der Vorbereitungsphase noch zu ändern und „Erster Hackathon“ zu streichen… Beim Schlendern durch die Hallen konnten wir uns einen guten Überblick über die Themen der Teams verschaffen, alle haben gern und offen über Ihre Ideen mit uns diskutiert und unser Feedback aktiv eingeholt. Den einen oder anderen Hinweis von uns, entdeckten wir dann sogar in den Pitches wieder.

Samstag, kurz vor 16 Uhr:

Bis zum letzten Moment haben die Teams am Code gefeilt und getüftelt. Technische Supplier wie GitHub oder IBM haben sogenannte „Advisors“ geschickt, die die Teams unterstützten und Fragen oder Probleme direkt vor Ort lösen konnten. Mit einem Countdown des gesamten Organisations- und Supplier-Teams wurde die letzte Minute eingeleitet und dann, Punkt 16 Uhr endeten die 30 Stunden mit großem Jubel. Nach einer kurzen Umbaupause ging es in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion weiter über Zukunftsthemen rund um die Insurtech-Szene.

Dann endlich: Die Pitches!

Alle Teams hatten drei Minuten Zeit, um ihre Idee vorzustellen und die Jury zu überzeugen. Eine Herausforderung an die Präsentation und die Technik zugleich! Der Fokus der meisten Teams lag auf dem Bereich „Customer Experience“ und weniger auf den anderen beiden Themen, die zur Wahl standen. Es wurden ganz unterschiedliche Pitches gezeigt – einige haben sich dabei in der Zeit verschätzt und konnten nicht die volle Funktionalität zeigen, andere Teams hingegen haben eine tolle ausgefeilte Präsentation hingelegt. Die Ideen reichten vom Auslesen der Bankdaten zur Informationsgewinnung für Versicherungsangebote, über ChatBots bis hin zu neuen Trends der Artificial Intelligence: Amazons Echo und die Spracherkennung Alexa.

Rauchende Köpfe beim Allianz Hackathon

Den ersten Preis hat Meta@hack mit ihrer Idee eines Medikationsplans über Alexa gewonnen: Die App „Pillenfee“ ist dabei gleichzeitig mit dem behandelnden Arzt und der Krankenversicherung verbunden. Zweiter und Dritter Sieger sind: Carlexa (Kfz-Schäden können per Alexa aufgenommen werden) und Widgetlabs, die eine Community entwickelt haben, die sich gegenseitig Versicherungen empfiehlt. Außerdem gab es Sonderpreise für Codequalität und weitere Exzellenzen.

Was haben wir mitgenommen?

Neben wertvollen Impulsen aus der Branche, aber auch aus der Start-Up-Szene, war es für uns eine sehr interessante und aufschlussreiche Reise zu einem weiteren Hackathon, der wieder mal gezeigt hat, dass es noch ganz viele Ideen gibt, die geboren werden können.

 

Wie muss man sich eigentlich so einen Hackathon vorstellen?

Grundidee der Veranstaltung ist es, Teilnehmer aus verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen, um in bunt gemischten Teams innovative (Software-)Lösungen für aktuelle Probleme aus einer bestimmten Branche oder eines Bereichs zu kreieren. In der großen Team-Area diskutieren die Teams dann jeweils über den richtigen Lösungsansatz: Welche Funktionen der Software können schnell aufgebaut werden und was hilft dabei, gewinnbringendes Geschäft zu erzeugen?

Original-Artikel bei Zürich im Blog